Samstag, 27. Februar 2016

Schreck am Nähwochenende

Vor 3 Wochen fand das alljährliche Nähwochenende meiner Patchworkgruppe statt.
Freitagabends wird in den Gruppenräumen aufgebaut, die ganz Fleißigen beginnen dann auch schon mit Nähen. Für mich ist das nix. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass mit mir an einem Freitagabend nix mehr los ist. Nach einer Arbeitswoche habe ich da den absoluten Tiefpunkt. Mechanisches Vormichhinnähen ginge wohl noch, aber nachdenken? Nein, geht gar nicht!
Also habe ich brav aufgebaut, Probe gesessen......mmmhh..... Die Arbeitsfläche meiner Nähmaschine ist auf Schlüsselbeinhöhe. Nicht grade eine optimale Sitzposition, da muss ich was ändern.

Nun gut, ein Binding für einen Quilt schneiden, bügeln und zusammennähen ging noch, aber dann war Feierabend.

Am nächsten Morgen habe ich dann zusätzlich zum halben Hausrat noch meinen klappbaren Nähtisch mitgenommen und los gings. Als erstes wurde das Binding an den Quilt genäht, damit ich im Falle einer Nähmaschinenpause etwas zum Nähen an der Hand habe.




Weiter gings mit den Blöcken für einen Strip Tube Quilt nach diesem Tutorial.
 In den Tiefen meiner Boxen lagerten noch einge als Päckchen gekaufte FQ, die ich nun nach Jahren endlich vernähen will.






 Als FQ gekauft, wars nur merkwürdig, dass nach dem Zuschneiden, wobei von jedem Stoff gleich viel und gleich lange Streifen abgeschnitten wurden, sehr unterschiedlich breite Reste übrig blieben. Das variiert von 5 bis 13 cm.Mmmh, Zauberstoff?

 Das gleiche Muster, nur anders zusammengesetzt, habe ich vor ca. 25 Jahren in meiner ersten Patchworkdecke vernäht. Kennengelernt habe ich es als "Römische Streifen", genäht habe ich es als blutige Anfängerin mit recht festen Unistoffen vom dänischen Bettenlager und das Uniquadrat ist *pssst* dunkelblau. Hintergund wurde ein altes Leinenbettlaken aus Familienbeständen.

Aber damit endete meine blaue Phase auch schon, bevor sie richtig begann :-)

Unterbrochen wurde die Meternäherei nur durchs Mittagessen und eine Kaffeepause.
 Gegen Spätnachmittag wurde meine Nähmaschine immer langsamer, bis sie irgendwann einfach stehen blieb. Nix ging mehr. Display leuchtete, aber die Nadel bewegte sich nicht hoch und runter, der Transporter stellte seinen Dienst ein. So ein M....!!!
Also wurde sie eingepackt und ich musste notgedrungen Plan B zum Einsatz bringen: Das Binding annähen. 
Nur gut, dass ich meine alte Anfängermaschine ( die damals vor ca. 25 Jahren günstigste Paff mit Obertransport) immer behalten habe. Die durfte mich dann als Ersatz am nächsten Morgen zum Nähen begleiten. Und sie hat mich nicht im Stich gelassen. Brav schnurrend nähte sie mir die restlichen Blöcke fertig.

Am Unglücksabend hatte ich mich schon seelisch mit einer neuen Nähmaschine befasst. Was muss sie alles können? Automatisches Einfädeln wäre cool, Fadenabschneider ein nettes Goodie, aber Kniehebel, Nadeluntenposition muss sein. Und leichter sollte sie sein als die gefühlte 50 kg schwere Bernina. Was ich nicht bräuchte, sind 150 und mehr Stichprogramme, aber die muss ich anscheinend immer dazu nehmen. 
Und immer wieder die Frage: Was mach ich bloß mit der Problemmaschine? In der Gruppe tauschten wir uns am Sonntag über die diversen Vor- und Nachteile der Händler mit Werkstätten rund um uns herum aus. Nicht dass es so viele sind...wir leben hier auf dem platten Land, fern jeder Großstadt.

Montagvormittag, nach einigen Telefonaten, stand der Entschluss fest: Sie kommt zur Reparatur und abhängig von der Höhe der Kosten wird entschieden: Reparieren oder neu kaufen.
Montagnachmittag weggebracht, Mittwochvormittag kam schon der Anruf mit der Diagnose und den Kosten und es war klar, ich behalte sie erst mal.
Diagnose: Trotz regelmäßiger Inspektion waren wichtige, bewegliche Teile verharzt. Mir technisch Unbedarfter wurde das vom Fachmann so erklärt: Bei einer Inspektion würde in der Regel saubergemacht, einige Teile geölt, aber nicht komplett aufgemacht und nachgefettet. (Und nein, ich hatte sie in einer anderen Werkstatt zur Inspektion gebrach). Er hat nicht betont, dass das natürlich bei ihm anders wäre.
Eine Woche später habe ich sie wieder abgeholt, sie läuft wieder wie eine Neue. Mal schauen wie lange sie durchhält. Sie ist ja schließlich erst 13 Jahre - ist doch kein Alter für ne Nähmaschine!

Ach ja, bezahlt habe ich 180,-, die Inspektionen haben übrigens immer knapp unter 100,- gekostet. Bei diesem Händler nur um die 40,-. Ratet mal, wo meine Maschine nächstes Jahr zur Inspektion geht?

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