Donnerstag, 31. Dezember 2015

Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Vor 9 Jahren hatten wir uns ein Wohnmobil vom Erlös von Oma ihr klein Häuschen  geleistet. Es hatte alles, was wir uns wünschten: feste Dusche, gemütliches Kuschelsofa, kleine Küchenzeile, große Garage unterm 1,40m breiten Querbett hinten.  Wir liebten es!!! Mit dem lieben Mann in den Urlaub, mit der lieben Freundin ins Val d'argent, Dänemark oder Noordholland zu Patchworkveranstaltungen, überall hat es uns hingebracht.

Ja, und dann kams wie so oft: Wir wurden älter! Der Rücken zwickte öfter stärker, das "Drüberklettern" um "seine" Betthälfte zu erreichen wurde beschwerlicher und nerviger. Mich nervte es eher als den lieben Mann; naja, das ist bei vielen Dingen im Alltag so... mein Reaktionsmoment ist deutlich schneller erreicht. Wir sagen auch gerne: Der Mann ist tiefenentspannt .... und ich ganz sicher nicht ;-) [Nur so kann diese Ehe klappen.....Wer mich kennt, wirds verstehen*grins*]
In den ersten Jahren habe ich immer hinten in der Höhle geschlafen, bis mich die Kletterei nervte. Wie schon geschrieben dauert es immer etwas länger, bis der Mann auch genervt ist. Naja, haben wir mal die Schlafpositionen getauscht. 2 Jahre oder auch 6 Urlaube später wars dann soweit.....*ganz breit grins* "Ach, lieber Mann, ist die Drüberkletterei doof???"
Auf der Rückfahrt aus dem letzten Urlaub des Jahres 2014 im Oktober  sagte der liebe Mann, ich solle doch mal schauen ob wir nicht bei einem Hymnerhändler vorbeikommen würden auf der Strecke.Und da ich für die Streckenplanung zuständig bin und diese auch immer ohne Nachrecherche brav abgefahren wird, wird es jetzt sicher niemanden wundern, dass uns die Fahrt tatsächlich bei einem Händler vorbeiführte. "Sind wir hier sonst auch immer lang gefahren?" " Ich hab der Susi nur den Heimatort als Ziel gesagt, wird wohl die unter Berücksichtigung der Verkehrslage vernünftigste Route gewesen sein" 6 Stunden haben wir uns dort aufgehalten und als wir fertig waren, wußten wir, was wir nicht wollten (wußten wir vorher auch schon) und das es schon schwer ist, alle Wünsche in einem Womo wieder zu finden.

Dann kam erst mal der Winter und ich Frostbeule bleibe dann immer schön zu Hause und das Womo steht in einer Scheune.
Es wurde März und der liebe Mann äußerte an einem Samstagvormittag beim Frühstück den Wunsch, einen Wohnmobilhändler zu besuchen, um mal den Markt zu sondieren (So seine Worte). Das war für mich vollkommen überraschend, denn das Thema Wohnmobil hielt auch Winterschlaf, zumindest in unseren Gesprächen. (Hier bewahrheitet sich wieder, dass man/frau nie weiß, was das Gegenüber denkt, egal wie lange Zeit man schon gemeinsam verbracht hat). Nun gut, sind wir mal 1,5 Stunden hin gefahren und haben uns etwas umgesehen. 2 Wohnmobile waren so, wie wir uns das dachten.
Nun kam die nächste Überraschung für mich: Lass uns doch mal hören, was wir so für unseres noch bekommen. Das war dann einer der wirklich seltenen Momente in meinem Leben, in dem ich sprachlos war! Nun gut, auch das haben wir dann gemacht. Nach Hause gefahren sind wir dann mit einem "zurückgelegten" Wohnmobil. Hätte mir das jemand morgens gesagt, hätte ich es nicht geglaubt!!!
Übers Wochenende wurde das Geld gezählt, unser Womo geputzt und gewienert (sah aus wie neu gekauft) und am Dienstag ist der liebe Mann damit zum Händler gefahren, denn der musste natürlich erst mal prüfen, ob das auch alles so stimmt, was wir so drüber erzählt hatten. Anscheinend stimmte es, denn er ging mit seiner Zahlung dafür noch etwas höher. Und ich erhielt mittags um 12.30 Uhr im Büro einen Anruf vom lieben Mann: "quilterin, ich habe dir ein neues Auto gekauft". Ich bin dann schnell über den Flur in eins der Nachbarbüros und habe dem Sohn die traurige Mitteilung gemacht, dass wir nun endgültig sein Erbe verschleudert hätten. Seine Reaktion: Ach, habt ihr euch ein neues Wohnmobil gekauft?
Tja, und so kams, dass unser "Silberschneckchen" eingetauscht wurde gegen die "Rennschnecke". Die Drüberkrabbelei hat ein Ende, der liebe Mann und der liebe Hund und ich haben jeder ein eigenes Bett :-)  und im Mai gings damit auf Jungfernfahrt an die Loire.


Und warum nun ein weinendes Auge? Das Silberschneckchen war halt das erste Wohnmobil und soooo schön und gemütlich, wenn....ja, wenn bloß das doofe Bett nicht gewesen wäre, dann hätten wir es sicher behalten. Das Schneckchen hat keinerlei Probleme gemacht, es war noch alles topp und sah echt noch aus wie frisch aus der Fertigung. Es fuhr blitzeschnelle die Berge hoch und runter, wollte wenig Diesel, hat uns in die entlegensten Winkel gebracht.
Wehe, die neuen Besitzer sind nicht nett zum Schneckchen!!!!



Kommentare:

  1. Ja, ja, das Silberschneckchen - bleibt wohl ein Traum.
    Aber schööööön wars. !!!!!
    Aber ich freue mich auch mal auf eine 3er-Tour ✂️

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  2. Stimmt, das ist ist eigentlich das Beste am neuen Wohnmobil: Nun können wir zu dritt zu Patchworkevents starten :-)

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  3. Oh, ja, Urlaub zu "Dritt"👏👏👏👏👏👏

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  4. Ich habe gerade erst Deinen Blog gefunden und habe auch gleich gesehen, dass Ihr auch mit dem Womo unterwegs seid. Wir haben ebenfalls einen Hymer, der sieht ähnlich aus wie der auf dem Bild.
    Liebe Grüße
    Gabriele

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