Dienstag, 3. Januar 2012

Gelesen habe ich einen Thriller

Schändung von Adler Olsen

Carl Mørck, Leiter des Sonderdezernats Q der Kopenhagener Kriminalpolizei zur Aufklärung alter unaufgeklärter Verbrechen, findet eine zwanzig Jahre alte Ermittlungsakte auf seinem Schreibtisch. Wer sie ihm da hingelegt hat, ist nicht mehr nachzuvollziehen, und was er mit ihr soll, weiß Mørck zunächst auch nicht, denn der darin behandelte Mordfall an einem Geschwisterpaar scheint aufgeklärt: Jemand hat vor Jahren die Tat gestanden und ist seitdem im Gefängnis. Und doch wird Mørck neugierig, befasst sich mit der Akte und stößt bald auf Ungereimtheiten, die darauf schließen lassen, dass der falsche Täter hinter Gittern sitzt, oder zumindest nicht der einzige.
Als Mørck und sein Team (zu seinem kauzigen arabischen Assistenten Hafez el-Assad ist noch die in seine Abteilung zwangsversetzte Sekretärin Rose hinzugekommen, die Mørck jedoch lieber jetzt als gleich wieder loswerden möchte) den Fall aufzurollen beginnen, werden ihnen von höchster Stelle Steine in den Weg gelegt. Denn die damaligen Verdächtigen, die zur Tatzeit noch Schüler eines Eliteinternats waren und seinerzeit allzu schnell von aller Schuld reingewaschen wurden, sind heute respektabelste Mitglieder der dänischen Gesellschaft. Doch Mørck lässt nicht locker, und je tiefer er in diesen alten Fall und die Vergangenheit dieser feinen Herren vordringt, desto klarer wird ihm, dass es längst nicht nur um diesen einen Doppelmord geht – und dass er es mit kranken, mitleidlosen, ihren Kick im Töten suchenden Menschen zu tun hat, die eine große Gefahr darstellen.

Dieses ist der zweite Teil des Sonderdezernats. Der erste, Erbarmen, hatte mir schon sehr gut gefallen und dieser Teil war nicht schlechter.
Nur gut, dass ich grade frei hatte, als ich das Buch anfing, denn ich musste es unbedingt in einem Rutsch durchlesen, aber so war die lange Lesenacht nicht so schlimm. 
Obwohl wir am Anfang schon wissen, wer die Täter sind, bleibt die Spannung über die ganzen 457 Seiten erhalten. Klar, es sind brutale, menschenverachtende Szenen drin, aber das ist bei Thrillern nun mal so. Ich finde allerdings, das ihre Beschreibungen nicht zu reißerisch sind, sie ereignen sich im Lesefluß und entsetzen mich als Leserin nicht über die Maßen. Dieser Thrillerautor hat sich nicht eingelassen auf den Wettbewerb: Wer erregt am meisten Entsetzen, wo spritzt das Blut am heftigsten?, sondern es geht ihm um eine spannende, am Lesen haltende, nachvollziehbare Handlung. Und das ist das eigentlich Entsetzliche: Vorstellbar ist es. Vielleicht nicht grade im kleinen, örtlich gut überschaubarem, eng besiedeltem Dänemark, aber in einem weitläufigerm Land würde ich mich über diese Art der Treibjagden nicht wundern. Und wen wundert in diesen Zeiten der täglichen Enthüllungen von Geflechten und Interessenkoalitionen vor der eigenen Haustür und nicht nur in angeblich korrupten Nachbarländern eigentlich überhaupt noch etwas?


Und da ich seit einiger Zeit eine tolle, kleine Leselampe besitze, war für den neben mir schnorchelnden Ehemann die lange Lesenacht  auch nicht schlimm. So ein Lämpchen kann ich nur empfehlen: Es wird ans Buch geklemmt und durch die LED sind die Seiten wirklich gut ausgeleuchtet, aber trotzdem strahlt nix ab. Auch im Wohnmobil habe ich so eine Lampe und wir sind beide damit zufrieden:-)  3 AAA Batterien (die ganz kleinen, schlanken) müssen rein, aber die halten und halten und halten...ein Duracellosterhase ist nix dagegen, 60 Stunden sollen sie halten, aber ich habe das Gefühl, dass es viel länger ist.

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